- Leistenschmerz bei Sprint, Schuss oder Richtungswechsel
- Druckschmerz über dem Adduktorenansatz am Schambein
- Schmerz bei Sit-up-Bewegung oder Bauchpresse
- Beschwerdezunahme im Saisonverlauf
- Ausstrahlung in Innenseite Oberschenkel oder Hoden möglich
Leistenschmerzen bei Sportlern sind selten monokausal. Gemäß dem DOHA-Konsensus (2014) werden vier klinische Entitäten unterschieden: adduktorenbezogener Leistenschmerz, iliopsoas-bezogener Leistenschmerz, inguinaler Leistenschmerz (sportsman's hernia / athletic pubalgia) und symphysenbezogener Leistenschmerz. Mehrere Entitäten können gleichzeitig vorliegen. Typisch: Schmerz beim Sprint, Schuss oder Richtungswechsel, Beschwerdezunahme über die Saison.
Strukturierte klinische Untersuchung nach DOHA-Kriterien: Adduktorendruckschmerz, Adduktionskraft gegen Widerstand, Schmerz bei Sit-up (Rectus abdominis), Palpation des Leistenkanals und der Symphyse. Ultraschall der Sehnenansätze an Adduktoren und Rectus abdominis. MRT Becken bei Unklarheit über Beteiligung mehrerer Strukturen oder bei Verdacht auf Osteitis pubis und Stressfraktur.
Adduktorenbezogen: progressives Kräftigungsprogramm der Adduktoren und Rumpfstabilisatoren als Erstmaßnahme. PRP-Infiltration bei Ansatztendinopathien mit guter Evidenz. Inguinaler Leistenschmerz: konservativ oft unzureichend, frühzeitig operative Abklärung erwägen. Symphysenbezogen: strukturierte Belastungspause, dann gezielter Aufbau. Kein pauschales Sportverbot, Belastungssteuerung ist entscheidend.
Chirurgische Reparatur des hinteren Leistenkanals bei Therapieversagen und klinisch gesichertem Leistenschaden.
Wir klassifizieren nach DOHA und erstellen einen strukturierten Behandlungsplan. Je nach dominanter Entität: gezielte Kräftigung, Belastungssteuerung, PRP-Infiltration bei Ansatztendinopathien oder Weiterleitung bei Verdacht auf Leistenkanal-Pathologie. Klare Kommunikation, was es ist, was abgewartet werden kann und was jetzt behandelt werden muss.
Die Heilungsdauer ist je nach Entität, Schweregrad und Beteiligung mehrerer Strukturen sehr variabel. Pauschale Zeitangaben sind nicht seriös. Der Return-to-Sport erfolgt kriterienbasiert: Schmerzfreiheit bei sportspezifischer Belastung, symmetrische Adduktorenkraft und funktionelle Tests ohne Ausweichbewegungen.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden an einen Arzt.