- Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe
- Anlaufschmerz zu Beginn des Trainings
- Schmerz beim Treppensteigen, Springen und Kniebeugen
- Druckschmerz auf der Sehne tastbar
- Zunahme der Beschwerden nach intensiver Belastung
Die Patellasehne verbindet Kniescheibe und Schienbein und überträgt die Kraft des Quadrizeps. Repetitive Überlastung, besonders bei Sprung-, Lauf- und Klettersport, kann zu degenerativen Veränderungen im Sehnengewebe führen. Werden erste Warnsignale ignoriert, chronifiziert das Jumper's Knee hartnäckig. Davon zu unterscheiden ist der Morbus Osgood-Schlatter: eine Apophysitis am Schienbein-Ansatz der Patellasehne, typisch bei wachsenden Jugendlichen unter 16 Jahren. Zugbelastung auf den noch nicht vollständig verknöcherten Knochenvorsprung verursacht lokale Schmerzen und eine tastbare Schwellung unterhalb der Kniescheibe. Im Gegensatz zur Tendinopathie ist Osgood-Schlatter meist selbstlimitierend und heilt mit dem Wachstumsabschluss ab. Belastungsanpassung und gezieltes Krafttraining beschleunigen die Erholung.
Klinische Palpation des Sehnenansatzes am unteren Patellapol, typischer Druckschmerz. Ultraschall beurteilt die Sehnenstruktur, zeigt degenerative Zonen und Neovaskularisation. Ein MRT ist normalerweise nicht notwendig.
Erste Wahl: exzentrisches Krafttraining (z.B. Decline Squat), hochdosiertes PRP und Anpassung des Trainingsumfangs mit Kraftaufbau sowie Tendonloading-Programm. Stosswellentherapie bei Therapieresistenz. Geduld ist entscheidend, Heilung dauert 3–6 Monate, bei chronischen Formen länger.
Nur bei anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie über 6+ Monate. Arthroskopische Resektion des degenerierten Gewebes. Selten notwendig, wir besprechen die Indikation ehrlich.
Stosswellentherapie und PRP-Infiltrationen sind bei chronischen Verläufen sehr wirksam (werden bei Kindern selten notwendig). Dies alles wirkt allerdings i.d.R. nicht, wenn folgendes fehlt: aktives Aufbautraining und strukturierte Belastungssteuerung. Wir erstellen einen klaren Trainingsplan, mit realistischen Zeitlinien, nicht mit pauschalen Pausen.
Phase 1 (Woche 1–4): Belastungsreduktion, isometrisches Training schmerzfrei. Phase 2 (Monat 1–3): Exzentrisches Training, PRP, Stosswelle. Phase 3 (Monat 3–5): Plyometrie, sportartspezifischer Aufbau. Return-to-Sport: frühestens nach 4–6 Monaten konsequenter Therapie.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden an einen Arzt.